Realistische Erwartungen an sich selbst als Mutter oder Vater
Unrealistische Erwartungen an die eigene Elternschaft sind einer der stärksten Erschöpfungstreiber.
Viele Eltern tragen Erwartungen an sich, die kein Mensch dauerhaft erfüllen kann. Immer geduldig, immer präsent, immer liebevoll, immer organisiert. Das klingt nach Elternschaft. Es ist aber ein Programm für Erschöpfung.
Die meisten dieser Erwartungen haben Sie nicht bewusst gewählt. Sie kommen von außen, aus der eigenen Kindheit, aus dem Umfeld, aus Ratgebern und sozialen Medien. Und sie fressen Kraft.
Kurz gesagt
Die meisten Erwartungen an gute Elternschaft sind unsichtbar, unreflektiert und zu hoch. Genau dort beginnt Entlastung.
Woher Ihre Erwartungen kommen
Erwartungen an Elternschaft sind selten selbst gewählt. Oft stammen sie aus der eigenen Kindheit: Es soll besser werden als bei mir. Oder aus dem Umfeld: Die anderen schaffen das doch auch.
Dazu kommt eine Erziehungskultur, die intensive Elternschaft idealisiert. Immer informiert, immer einfühlsam, immer reflektiert. Das klingt gut, kostet aber mehr als die meisten leisten können.
Wie unrealistische Erwartungen erschöpfen
Unrealistische Erwartungen erzeugen eine permanente Lücke zwischen Anspruch und Realität. Diese Lücke kostet Kraft, erzeugt Schuldgefühle und verhindert Zufriedenheit.
Solange Ihr Maßstab unerreichbar bleibt, können Sie nur scheitern. Und dieses Scheitern fühlt sich an wie Versagen, obwohl es eigentlich nur zeigt, dass der Maßstab nicht passt.
- Permanente Diskrepanz zwischen Wollen und Können
- Schuldgefühle als Dauerbrenner
- Zufriedenheit wird unerreichbar
- Erschöpfung wird als persönliches Defizit erlebt
Wie Sie Ihre Erwartungen kalibrieren
Fragen Sie sich ehrlich: Welche meiner Erwartungen habe ich bewusst gewählt. Und welche habe ich übernommen, ohne sie zu prüfen. Oft reicht das schon, um zu merken, wo Sie sich selbst überfordern.
Der Maßstab darf sein: Ist mein Kind sicher, gesehen und in Beziehung. Wenn ja, dann reicht das. Der Rest darf auch mal nicht klappen.
Häufige Fragen
Ist es nicht normal, hohe Ansprüche an sich zu haben?
Hohe Ansprüche sind menschlich. Aber wenn sie chronisch unerreichbar sind, schützen sie nicht, sondern erschöpfen.
Wie finde ich heraus, welche Erwartungen unrealistisch sind?
Prüfen Sie, welche Erwartungen Sie nie erfüllen können, ohne sich zu überfordern. Das sind meist die unrealistischen.
Was jetzt hilft
Gut genug ist nicht Resignation. Es ist der Punkt, an dem Ihre Elternschaft anfängt, tragfähig zu werden.
Weiterlesen und vertiefen
- Warum Vergleiche krank machen - Passt, wenn äußere Maßstäbe Ihre Erwartungen füttern.
- Schuldgefühle als Eltern - Wenn Ihre Erwartungen sich in Schuld verwandeln.
- Selbstmitgefühl im Glossar - Für einen milderen Blick auf sich selbst.
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